Am 05. August 2006 wurde ich nach Ablegen aller
 erforderlichen Prüfungen, an der internationalen
 Jahrestafel der Ritterschaft auf Schloss Frederiksborg in Dänemark, als erste zum

"Meister der 
Akademischen Reitkunst"

ernannt.

Mein Name ist Sabine Oettel , geboren 1969 in Österreich. Ich lebe mit meiner Familie in Niederbayern und verbringe einen großen Teil meiner Zeit mit Pferden und deren Ausbildung. Schon als Kind war mein sehnlichster Wunsch immer, ein Pferd zu besitzen und zu reiten. Und wenn mich jemand fragte, was ich einmal werden möchte, war meine prompte Antwort „Reitlehrerin“. Woher mein Wunsch kam, ist mir heute noch nicht ganz klar, es gab weder Pferde in der Familie, noch in der Nachbarschaft, noch hatten wir reitende Bekannte. Wie es so schön heißt, tut „Kindermund Wahrheit kund“ und so bin ich auf Umwegen auch dahin gelangt, wo ich wohl immer schon hin wollte. Heute kann ich mich mit großer Freude der Ausbildung von Pferden und Reitern widmen.

Mein reiterlicher Werdegang würde sich bis zum Jahr 2000 etwa so erzählen, wie bei etlichen anderen Reitern auch. Ich ritt in diversen konventionellen Schulställen bis ich 1989 mein Pferd Wembley bekam. Und wie es halt oft so ist bei jungen Damen, ist mein Ehrgeiz mit mir durchgegangen. Was darin endete, dass mein Pferd und ich schlussendlich aneinander verzweifelten. Auch der Verschleiß mehrerer Reitlehrer führte nur dazu, Erfahrungen zu machen, die mir lieber erspart geblieben wären. Ich beschloss, Wembley zu verkaufen und für mich ein „besseres“ Pferd zu suchen.

Da meinen Wembley aber niemand kaufen wollte, war meine einzige Möglichkeit, mit dem Pferd doch noch zurande zu kommen, zuerst die Haltungsbedingungen des Pferdes und dann noch mich selbst zu ändern. Mich selbst zu ändern, das war ein harter und oft tränenreicher Weg, aber es stellte sich als Schlüssel zu einer erfolgreichen Pferd-Reiter Partnerschaft heraus. Es hat lange gedauert, aber ich schaffte es, mein Pferd wieder zu motivieren mit mir zu arbeiten.

Ich war mit Wembley etliche Jahre recht fleißig auf Turnieren unterwegs und hatte es sogar geschafft bis Klasse M zu reiten, aber unsere „Problemlektion“ war der fliegende Galoppwechsel. Ich war schon dabei, mich damit abzufinden, dass wir nun an unsere absolute Grenze gestoßen waren, doch der Zufall wollte, dass ich im Jahr 2000 einen Lehrgangsplatz beim bekannten dänischen Reitmeister Bent BRANDERUP ergatterte.

Ich war endlich einem Lehrer begegnet, dessen Unterricht logisch war. Herrn Branderups Lösungsvorschläge für meine Probleme mit den fliegenden Galoppwechseln erwiesen sich als äußerst heilsam. Bereits an diesem ersten Wochenende konnten wir die Wechsel deutlich verbessern. Seine Erklärungen zur Hilfengebung während des Unterrichts und die umfassenden Theorievorträge über das System der Akademischen Reitkunst verdeutlichten mir zum ersten Mal, welchen Zweck die Dressur für das Pferd hat und wie leicht ein Pferd zu reiten sein kann, wenn der Reiter nur seinen Körper korrekt einsetzt, wenn das Pferd versteht und auch ausführen kann, was man von ihm möchte. Damals stand für mich sofort fest, dass ich von nun an „so“ reiten wollte. Es kam mir vor als hätte ich vor diesem ersten Kurs ohne System oder Ziel mit meinem Pferd nur „herumgewurstelt“, immer auf der Suche nach etwas, wovon ich nicht wußte was es war. Erst die Begegnung mit der akademischen Reitweise machte mir klar, was ich finden wollte. Mit der Akademischen Reitkunst habe ich einen Ausbildungsweg gefunden, der mir immer eine logische Antwort auf meine Fragen bietet, der zum Ziel hat, das Pferd verstehen zu lassen, was es tun soll, und das Pferd durch eine fundierte Basisarbeit gesund, kräftig und leistungsbereit macht. Ein Ausbildungsweg, der vermeiden will, das Pferd zu überfordern, jedoch im Rahmen seiner körperlichen Möglichkeiten zu fördern und dadurch auch sein Selbstbewusstsein zu stärken. Dies immer mit dem Ziel, dass Körper und Geist eines Pferd-Reiterpaares miteinander verschmelzen.

Ich habe seither regelmäßig zwei bis drei mal im Jahr an Branderup-Lehrgängen als Reiter teilgenommen und im März 2002 die Prüfung zum Ritter der akademischen Reitkunst abgelegt. Im September 2002 absolvierte ich meine 1. Ringprüfung „PIAFFE“, im Februar 2003 die 2. Ringprüfung „GALOPP“, im Februar 2004 die „LONGEURPRÜFUNG“ und im September 2005 die 3. Ringprüfung „PASSAGE“. Im Januar 2006 habe ich den ersten Teil der Meisterprüfung, eine Musikkür, die alle Elemente der vorangegangenen Prüfungen enthält, erfolgreich abgelegt, im Juli 2008 meine 4. Ringprüfung "LEVADE", 2011 die Courbettenprüfung und 2014 die Ballotadeprüfung.

Diese Prüfungen konnte ich beinahe alle mit einem einzigen Pferd erreiten. Meinem Wembley, den ich heute so sehr liebe und dem ich unendlich dankbar bin dafür, dass er noch mit mir zusammenarbeiten wollte, als ich endlich begriffen hatte, nicht er, sondern ich hatte Schuld an unserer unglücklichen Beziehung.

Ich durfte durch ihn, diesem oft so schreckhaften und teilweise hysterischen Wallach so viel lernen. Ein geduldigeres Pferd hätte wohl kaum eine so deutliche Wandlung meiner Einstellung zur Reiterei bewirkt.

"Jeder hat das Pferd, das er verdient, man hat es sich selbst ausgesucht und zu dem gemacht, was es jetzt ist“. 

Diese Worte von Herrn Branderup ermahnen mich jedes mal, wenn es beim Reiten nicht planmäßig läuft, darüber nachzudenken, dass "der Fehler meist im Sattel sitzt".

Im Jahr 2007 habe ich mich schließlich als Ausbilderin für historische Reitkunst selbstständig gemacht. Seither konnte ich wichtige Erfahrungen im Bereich der Pferde- und Reiterausbildung machen. Erfahrungen die mich geprägt haben und meinen eigenen Style entwickeln ließen.

So hat sich bei mir im Laufe der Jahre der Wunsch nach einer eigenen Schule immer mehr manifestiert.
Im Februar 2016 gründete ich nach reiflicher Vorbereitung die ESCUELA EQUITABILIS

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